Biologen der Goethe-Universität in Frankfurt untersuchten unter der Leitung von Prof. Jörg Oehlmann Mineralwasser auf dessen Belastung mit Umwelthormonen. Sie konzentrierten sich hierbei nicht nur auf einzelne Substanzen, sondern auf die gesamte Hormonaktivität, um Wechselwirkungen des gesamten „Hormoncocktails“ auf den Körper zu berücksichtigen.
20 Mineralwassermarken gingen in die Untersuchungen ein. Bei zwölf von ihnen konnte eine erhöhte Aktivität bezüglich des weiblichen Sexualhormons Östrogen nachgewiesen werden.
Martin Wagner führte die Untersuchungen im Rahmen seiner Doktorarbeit durch und fasste das Ergebnis ernüchtert zusammen: „Zu Beginn unserer Arbeiten hatten wir nicht erwartet, eine so massive östrogene Kontamination in einem Lebensmittel vorzufinden, das strengen Kontrollen unterliegt. Allerdings mussten wir feststellen, dass Mineralwasser hormonell betrachtet in etwa die Qualität von Kläranlagenabwasser aufweist.“
In den Versuchen konnte das Frankfurter Forscherteam allerdings auch belegen, dass diese Hormonbelastung zu einem wesentlichen Teil aus dem Material der PET-Kunststoffflaschen stammt. In Mineralwasser aus Glasflaschen lag die Hormonkonzentration bei etwa der Hälfte des Wertes der PET-Flaschen.
Weitere Informationen finden Sie hierzu unter:
Wagner, M. & Oehlmann, J. (2009): Endocrine disruptors in bottled mineral water: total estrogenic burden and migration from plastic bottles, Environmental Science and Pollution Research, Online First: http://dx.doi.org/10.1007/s11356-009-0107-7
Martin Wagner & Prof. Jörg Oehlmann, Institut für Ökologie, Evolution und Diversität, Siesmayerstr. 70, Tel: (069) 798-24900 /-24738, wagner@bio.uni-frankfurt.de / oehlmann@bio.uni-frankfurt.de
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